FG: Kosten eines Jagdscheins sind keine Werbungskosten

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Aufwendungen für eine Jägerprüfung stellen keine Werbungskosten einer angestellten Landschaftsökologin dar. Dies hat der 5. Senat des Finanzgerichts Münster entschieden (20.12.2018, 5 K 2031/18 E).


Sachverhalt:
Die Steuerpflichtige war als Landschaftsökologin tätig. Sie legte die Jägerprüfung ab. Die Aufwendungen für den Erwerb des Jagdscheins in Höhe von knapp 3.000 € machte sie in ihrer Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend. Hierzu legte die Steuerpflichtige eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers vor, wonach es sich bei der Jägerprüfung um eine beruflich veranlasste Zusatzqualifizierung handele, bei der sie im Rahmen ihrer Tätigkeit u. a. einen faunistischen Spürhund einsetze.


Das FG Münster entschied aus folgenden Gründen:

Ebenso wie der Erwerb eines Führerscheins für Kraftfahrzeuge sei der Erwerb eines Jagdscheins nur dann beruflich veranlasst, wenn dieser unmittelbare Voraussetzung für die Berufsausübung sei.

Dies sei nicht der Fall, da Landschaftsökologen/innen im Rahmen dieser Berufstätigkeit nicht an Jagden teilnehmen und auch keine Jagdwaffe mit sich führen.


Lösung:
​Das FG Münster folgte der Auffassung der Steuerpflichtigen nicht und wies die Klage ab. Die Aufwendungen für die Jägerprüfung seien nicht beruflich veranlasst gewesen.


 

Ihr Team zeitstaerken.de
StB Jürgen Hegemann / StBin Tanja Hegemann