FG: Kosten für einen Schulhund sind teilweise Werbungskosten

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wieder einmal ging es um die Abzugsfähigkeit von Kosten eines Schulhundes. Oft wurde über dieses Thema diskutiert. Das FG Düsseldorf hat eine anteilige, geschätzte Kostenaufteilung zugelassen (FG Düsseldorf vom 14.9.2018, 1 K 2144/17 E, nrkr.).


Sachverhalt:
Die Steuerpflichtige ist Lehrerin an einer weiterführenden Schule. Sie setzt ihren privat angeschafften Hund im Unterricht als sog. „Schulhund“ ein. In Abstimmung mit der Schulleitung wird der Hund in den Unterricht und die Pausengestaltung integriert. Die Schule wirbt aktiv mit diesem „Schulhundkonzept“.


Das Finanzamt lehnte einen (anteiligen) Werbungskostenabzug ab.

Eine Lehrkraft kann die Aufwendungen für einen sog. „Schulhund“ anteilig von der Steuer absetzen. Dies hat das Finanzgericht Düsseldorf entschieden (FG Düsseldorf vom 14.9.2018, 1 K 2144/17 E, nrkr.).

Das FG Düsseldorf hielt eine Aufteilung der Aufwendungen in einen privat veranlassten und einen beruflich veranlassten Anteil für erforderlich und möglich. Die beiden Veranlassungsbeiträge seien nicht untrennbar. Der Hund werde in der Zeit, in der er in der Schule sei, ausschließlich beruflich genutzt. Eine Aufteilung der Aufwendungen anhand der Zeiten der beruflichen und der nicht beruflichen Nutzung hielt der Senat für nicht sachgerecht. Bei einem Tier sei eine fortlaufende Pflege erforderlich. Anders als bei einem Gegenstand sei eine schlichte „Nichtnutzung“ daher nicht möglich. Außerdem könnten die Zeitanteile außerhalb der Schulzeiten nicht vollständig einer privaten Nutzung zugeordnet werden.


Lösung:
Das FG Düsseldorf hat der Klage teilweise stattgegeben und die Aufwendungen in Höhe eines geschätzten beruflichen Anteils von 50 % als Werbungskosten anerkannt. Die Richter entschieden, dass ein privat angeschaffter Schulhund nicht mit einem Polizeihund vergleichbar sei. Ein Polizeihund stehe im Eigentum des Dienstherrn und werde dem jeweiligen Polizisten zugewiesen, wobei der Polizist auch in der privaten Nutzung des Hundes an Weisungen des Dienstherrn gebunden sei.


Hinweis:

Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Die vom Finanzgericht zugelassene Revision wurde vom Finanzamt eingelegt (BFH: Az. VI R 52/18).


Entsprechende Sachverhalte sollten bis zur endgültigen Klärung durch den BFH mittels Einspruch oder Änderungsantrag offengehalten werden.

 

Ihr Team zeitstaerken.de
StB Jürgen Hegemann / StBin Tanja Hegemann