Private Kfz-Nutzung: Finanzamtliche Behandlung von Leasingsonderzahlungen

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

ohne gesetzliche Grundlage können auch finanzbehördliche Fachinformationen falsch sein. Die Finanzbehörden Hamburg teilten mit, dass bei Einnahmen-/Überschussrechner hinsichtlich geleaster Firmenfahrzeuge und einer geleisteten Leasingsonderzahlung, die für eine Nutzungsdauer von nicht mehr als fünf Jahren gezahlt wurde, - auch ohne gesetzliche Grundlage (vgl. § 11 Abs. 2 EStG) - eine periodengerechte Verteilung auf den jeweiligen Nutzungszeitraum vorzunehmen ist.

Dass ein Einnahmen-/Überschussrechner einen Leasingvertrag mit einer Laufzeit von weniger als fünf Jahren abschließt, eine hohne Leasingsonder(voraus)zahlung leistet und diese - unstreitig - im Abflussjahr in voller Höhe als Betriebsausgabe behandelt, sieht die Finanzverwaltung als sog. Steuersparmodell an (FBeh Hamburg, Fachinformation vom 8.11.2018, S 2177 - 2018/001 - 52, DStR 2019, 1407).

Der Vorteil des Steuerpflichtigen liegt darin, dass die hohe Leasingsonder(voraus)zahlung sehr hohe Aufwendungen im Rahmen der sog. Kostendeckelung abbildet, so dass im ersten Leasingjahr die 1 %-Methode ungekürzt angewendet wird. Ab dem zweiten Jahr sind die Kosten für das Leasingfahrzeug geringer, so dass die Kostendeckelung zur Anwendung kommt und nur die niedrigeren tatsächlichen Aufwendungen zur Ermittlung des Werts für die private Kfz-Nutzung herangezogen werden.

Zur sachgerechten Anwendung der Kostendeckelung in diesem Leasingmodell eines Einnahmen-/Überschussrechners ist bisher noch keine höchstrichterliche Rechtsprechung ergangen. Die Auffassung der Finanzverwaltung ist mangels gesetzlicher Grundlage abzulehnen.

 

Ihr Team zeitstaerken.de

StB Jürgen Hegemann / StBin Tanja Hegemann