Verlustverrechnungsbeschränkung

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wie wir Ihnen bereits am 13.11.2019 berichtet haben, wurden die geplanten gesetzlichen Verschärfungen zur Akzeptanz von Verlusten aus privaten Kapitalforderungen (§ 20 Abs. 2 EStG-E.) im Gesetzgebungsverfahren im Rahmen des sog. „JStG 2019“ wieder fallen gelassen.

Jetzt soll durch einen Änderungsvorschlag der Regierungskoalition eine abgemilderte Form zweier Verschärfungen der Verlustberücksichtigung bei den Kapitaleinkünften im Rahmen des Gesetzes zur Einführung einer Pflicht zur Mitteilung grenzüberschreitender Steuergestaltung (BT-Drs. 19/14685) eingeführt werden.

  1. Verschärfung
    ​Verluste aus Kapitalvermögen i. S. d. § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 EStG (Termingeschäfte) dürfen danach nur bis zur Höhe von 10.000 € mit Gewinnen nämlicher Art und mit Einkünften i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG (Stillhalteprämien) ausgeglichen und – soweit dies nicht möglich ist – jeweils bis zur Höhe von 10.000 € jährlich vorgetragen werden (Verlustvortragsmöglichkeit).

    Zeitliche Anwendung: Die 1. Verschärfung soll für Verluste gelten, die nach dem 31.12.2020 entstehen.
     

  2. Verschärfung
    Verluste aus Kapitalvermögen (1) aus der ganzen oder teilweisen Uneinbringlichkeit von Kapitalforderungen, (2) aus der Ausbuchung wertloser Wirtschaftsgüter i. S. d. § 20 Abs. 1 EStG, (3) aus der Übertragung wertloser Wirtschaftsgüter oder (4) aus einem sonstigen Ausfall der Wirtschaftsgüter i. S. d. § 20 Abs. 1 EStG sollen nur bis zur Höhe von 10.000 € mit anderen Einkünften aus Kapitalvermögen ausgeglichen werden dürfen. Auch hier soll es eine Verlustvortragsmöglichkeit bis zu jährlich 10.000 € geben.

    Zeitliche Anwendung: Die 2. Verschärfung soll bereits für Verluste gelten, die nach dem 31.12.2019 entstehen.


Hinweis:

Es bleibt abzuwarten, ob die durch den Änderungsantrag der Regierungskoalition vorgesehenen Verschärfungen tatsächlich in das Gesetz zur Einführung einer Pflicht zur Mitteilung grenzüberschreitender Steuergestaltungen übernommen und das Gesetz in angepasster Form durch den Bundestag verabschiedet wird.


Beratung: Insbesondere in Hinsicht auf eine eintretende Verschärfung bei der Verlustabzugsmöglichkeit ab dem 1.1.2020 sollte u. E. ernsthaft überlegt werden, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, noch in diesem VZ (2019) die Darlehensforderungen zu veräußern, um die alte Rechtslage abzusichern.

 

Ihr Team zeitstaerken.de

StB Jürgen Hegemann / StBin Tanja Hegemann