BMF: Arbeitgeberzuschüsse beim ÖPNV in der Gültigkeitsdauer des sog. 9-Euro-Tickets

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SPEZIALDIALOG: Grundsteuerreform

Schaubild

Darstellung der Grundsteuerreform inklusive Vorgaben, Vordrucken und Anleitungen der Finanzverwaltung.

Mit der Grundsteuerreform  geht auch eine Namensänderung einher: Der „Einheitswert“ ist abgeschafft und an seine Stelle tritt der „Grundsteuerwert“.

Das Grundsteuererhebungsverfahren ist dreistufig:
(1) Ermittlung des Grundsteuerwerts durch das zuständige Finanzamt anhand der Grundsteuererklärung des Eigentümers,
(2) Ermittlung des Steuermesswerts durch das zuständige Finanzamt anhand gesetzlicher Vorgaben je nach Art der Bebauung und
(3) Ermittlung der Grundsteuer durch die Kommunen anhand ihres Grundsteuerhebesatzes.

Dabei unterscheidet das neue Berechnungsverfahren der Grundsteuer zwischen dem Sachwert- und dem Ertragswertverfahren für bebaute Grundstücke sowie dem Bodenrichtwertverfahren für unbebaute Grundstücke. Es sind Länderöffnungsklauseln zu beachten. Die dabei erforderlichen Feststellungserklärungen  können in einem Zeitraum vom 01.07. bis zum 31.10.2022 beim Finanzamt eingereicht werden.

Weitere Informationen finden Sie in unserem aktuellen Flyer zum Download.

Termine:
Mittwoch, 22.06.2022, 9:00 – 12:00 Uhr inkl. Fragerunde

Zur Buchung


BMF: Arbeitgeberzuschüsse beim ÖPNV in der Gültigkeitsdauer des sog. 9-Euro-Tickets

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

kurz vor dem Anwendungsstart des sog. 9-Euro-Tickts im öffentlichen Personennahverkehr wartet das Bundesfinanzministerium (BMF) mit einer (i) Vereinfachungsregelung für die Monate Juni, Juli und Augst 2022 sowie einer durchzuführenden (ii) Jahresbetrachtung auf (BMF-Schreiben vom 30.05.2022, IV C 5 – S 2351/19/10002).


Grundsatz

Zuschüsse, die Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zu deren Aufwendungen für Tickets für öffentliche Verkehrsmittel gewähren, sind hinsichtlich der Steuerbefreiung (§ 3 Nr. 15 EStG) auf die Höhe der Aufwendungen des Arbeitnehmers beschränkt.


Vereinfachungsregel

Für die Monate Juni, Juli und August 2022 wird es für die Anwendung der Steuerbefreiung (§ 3 Nr. 15 EStG) aus Vereinfachungsgründen nicht beanstandet, wenn Zuschüsse des Arbeitgebers die Aufwendungen des Arbeitnehmers für Tickets für öffentliche Verkehrsmittel im Kalendermonat übersteigen. 

Voraussetzung ist die Erfüllung der sog. Jahresbetrachtung (BMF-Schreiben vom 30.05.2022, IV C 5 – S 2351/19/10002).


Jahresbetrachtung

Die Zuschüsse bleiben insgesamt steuerbefreit, wenn diese die Aufwendungen bezogen auf das Kalenderjahr 2022 insgesamt nicht übersteigen (BMF-Schreiben vom 30.05.2022, IV C 5 – S 2351/19/10002). Werden bezogen auf das Kalenderjahr 2022 insgesamt höhere Zuschüsse gezahlt, als der Arbeitnehmer Aufwendungen hatte, ist der Differenzbetrag als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu behandeln.


Hinweis

Gegebenenfalls muss der Arbeitgeber im Rahmen einer Jahresbetrachtung zum Ende des Kalenderjahres 2022 seinen Zuschuss – ggf. bis auf Null Euro – reduzieren.


Arbeitgeberbescheinigung

Die steuerfreien Arbeitgeberleistungen mindern den als Entfernungspauschale abziehbaren Betrag und sind vom Arbeitgeber zu bescheinigen (§ 41b Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 EStG). Bescheinigt werden müssen die gesamten steuerfreien Arbeitgeberzuschüsse zum ÖPNV im Kalenderjahr. 

Wir werden im AKTUELLEN STEUERDIALOG über die weiteren Entwicklungen berichten.


Ihr Team zeitstaerken.de
StB Jürgen Hegemann / Tim Adrion