Gewerbesteuerliche Hinzurechnung: Aktivierte Mietzinsen bei unterjährigem Abgang des Umlaufvermögens

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SPEZIALDIALOG: Digitale AfA im Steuerrecht

Schaubild

In jetzt insgesamt drei finanzamtlichen Anwendungsschreiben als untergesetzliche Regelung ist das Ziel der Förderung der Digitalisierung durch eine einjährige Nutzungsdauertypisierung für digitale Wirtschaftsgüter nunmehr im Jahr 2022 umgesetzt worden. Es ergeben sich viele verschiedene Abschreibungsalternativen im Steuerrecht. Neben der Anwendung in der Gewinnermittlung (Steuerbilanz, EÜR) gilt die Typisierung auch in allen anderen Einkunftsarten. Unser SPEZIALDIALOG bietet einen Gesamtüberblick mit vielen Anwendungsbeispielen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Fragen bitte vorab gerne an: fragen@zeitstaerken.de

Weitere Informationen finden Sie in unserem aktuellen Flyer zum Download.

Termin:
Donnerstag, 07.07.2022, 10:00 – 11:30 Uhr inkl. Fragerunde

Zur Buchung


BMF: Anzuwendende BFH-Rechtsprechung – Gewerbesteuer

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat im Bundessteuerblatt (vom 19.05.2022, Nr. 7/8 Teil II) viele im „AKTUELLEN STEUERDIALOG“ besprochene BFH-Urteile für allgemein gültig erklärt. Es lohnt sich einen Blick – gerade für die Beratungspraxis – darauf zu werfen. Hier ein Blick auf die BFH-Rechtsprechung im Bereich der Gewerbesteuer.


Gewerbesteuerliche Hinzurechnung: Aktivierte Mietzinsen bei unterjährigem Abgang des Umlaufvermögens

Der BFH hat erstmals veröffentlicht, dass es für die Ablehnung einer Hinzurechnung ausreichend ist, dass die Miet- und Pachtzinsen in die Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern des Umlaufvermögens einzubeziehen sind, unabhängig wann das Umlaufvermögen als Wareneinsatz das Betriebsvermögen „verlässt“ (BFH vom 30.07.2020, III R 24/18, BStBl. II 2022, 279; zeitstaerken.PLUS: CD 0450 0008 2021 0001).

In konsequenter Art und Weise führt der BFH seine Rechtsprechung fort. Dabei folgt der III. BFH-Senat dem I. BFH-Senat zu den aktivierten Bauzeitzinsen. Die Aktivierung von Miet- und Pachtzinsen verändert die gewerbesteuerrechtliche Charakteristika der Aufwendungen endgültig prägend, sodass eine Hinzurechnung unabhängig einer zukünftigen Gewinnauswirkung ausgeschlossen ist.


Beratung

Bedeutsam für die Ablehnung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung ist, dass Mieten und Pachten für Baustellenzubehör als Baustelleneinzelkosten sowohl den (i) am Bilanzstichtag aktivierten halbfertigen Arbeiten als auch den (ii) im Erhebungszeitraum begonnenen, fertiggestellten und ausgeschiedenen „Verkaufsgrundstücken“ des Umlaufvermögens zugeordnet worden sind oder wären. Es ist empfehlenswert, diesbezüglich im Unternehmen mögliche Aufzeichnungen vorzunehmen.


Ihr Team zeitstaerken.de
StB Jürgen Hegemann / Tim Adrion